Geschichte

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In (fast) allen Schulen führen die Schulleiter eine Schulchronik, in der neben statistischen Daten auch Informationen über pädagogische und personelle Entwicklungen und bauliche Maßnahmen festgehalten werden.

Aus mehr als 250 eng beschriebenen Seiten habe ich mich bemüht, einige wichtige und für Sie, liebe LeserInnen, interessante Fakten zusammenzutragen:

Am 4. August 1952 wurde die Evangelische Blankeschule, damals als Grund- und Hauptschule, eingeweiht. Zwei Jahre lang, von Ostern 1952 bis Ostern 1954 leitete Dr. Faulwasser die Geschicke der neuen Schule. Danach übernahm Rektor Kollwer die Schulleitung bis 1965.

Am 20. Februar 1961 konnte nach dem Bau der Turnhalle der Sportunterricht dort aufgenommen werden. Die Chronik erzählt von Anfang an von stetig wachsenden Schülerzahlen und von einer nicht ausreichenden Anzahl an Klassen- und Gruppenräumen. So besuchten im Schuljahr 1962/63 zweiundzwanzig Klassen die Ev. Blankeschule und man wartete sehnsüchtig auf den Bau von 4 Klassenräumen in der Südblanke. Ostern 1963 stellte die ev. luth. Kirchengemeinde 2 Räume des Gemeindehauses zur Verfügung und eine 9. Klasse wurde zur Ernst-Moritz-Arndt-Schule umgeschult. Ab dem Schuljahr 1964/65 wurden dann Klassen im neu erstellten

Schulgebäude in der Südblanke unterrichtet.
Zu seinem Abschied sagte Rektor Kollwer:“ 10 ½ Jahre habe ich mich bemüht, das `Schulschiff Blanke` zu steuern. In allen Jahren waren es Raumsorgen, die den `Kurs` behinderten.“

Mit Beginn des Schuljahres 1965/66 übernahm Rektor Hensen die Schulleitung. Der Mangel an Raum bestimmte auch weiterhin den Inhalt der Schulchronik. So wurden z. B. im Schuljahr 1967 insgesamt 166 Kinder als Erstklässler in die Schule aufgenommen. Die Schule hatte bereits 820 SchülerInnen, davon wurden 5 Klassen in der Südblanke beschult. Danach ging die Schülerzahl langsam aber stetig zurück.

Als Rektor Kuhr im Schuljahr 1977/78 sein Amt antrat, betrug die Schülerzahl 573. Es waren 22 Schulklassen, einige als Wanderklassen und 4 Klassen hatten Unterricht in der Südblanke. 1978 beschloss der Stadtrat, die Orientierungsstufe für die Stadt Nordhorn einzuführen. Die OS für die Blanke sollte im Gebäude der Ev. Blankeschule untergebracht werden. Die Hauptschüler sollten in die neu einzurichtende HS-Elisabethschule an der Friedrich-Runge-Straße wechseln. 1979 begannen die Umbauarbeiten für den Einzug der OS mit dem Bau des Verwaltungstraktes über den Schülertoiletten.

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Im Schuljahr 1977/78 beklagte Rektor Kuhr eine Unterrichtsversorgung von 83%. Im Schuljahr 1979/80 zog die Orientierungsstufe in das Gebäude an der Klarastraße ein. Somit teilten sich nun Orientierungsstufenschüler und Grundschüler die Räumlichkeiten. Durch den Anbau von 3 neuen Klassenräumen über der Bücherei und die Umwandlung eines bis dahin von der Bücherei genutzten Raumes in einen Klassenraum, waren mit dem Schuljahr 1981/82 die Raumprobleme endlich gelöst. Jede Klasse hatte nun einen eigenen Klassenraum.

Im Schuljahr 1983/84 wurde der Sandspielplatz auf dem Hof an der Klarastraße eingerichtet.
Herr Kuhr wurde nach 12 Jahren als Schulleiter zum Ende des Schuljahres 1989/90 in den Ruhestand versetzt.
Im Schuljahr 1990/91 wurde aus der Zweigstelle Südblanke die Grundschule Südblanke als eine eigenständige Schule. Somit hatte die Blanke nun 3 eigenständige Grundschulen: GS Elisabethschule, GS Südblanke, GS Blanke.

Rektorin Roloff übernahm vom Schuljahr 1990/91 an die Schulleitung. Mit dem Beginn dieses Schuljahres wurde die GS Blanke Volle Halbtagsschule und war damit eine der ersten Schulen in Nordhorn, die eine Betreuung der SchülerInnen täglich von 7.30 Uhr bis 12.30 Uhr garantierte.

In den ersten Jahren des Schulversuches bestimmten Probleme mit der mangelnden Lehrerversorgung den Alltag des Schullebens. Seit dem Schuljahr 1990/91 gibt es an der Grundschule Blanke eine (zeitweise auch zwei) Schulkindergartengruppe(n). Schulpflichtige, aber noch nicht schulfähige Kinder, aus dieser und den umliegenden Grundschulen werden in einer kleineren Lerngruppe betreut und so gefördert, dass eine Einschulung im Folgejahr ermöglicht wird.

Seit März 1993 gibt es eine intensive Kooperation der GS Blanke mit der Schule für Lernhilfe,
Anne-Frank-Schule. SonderschullehrerInnen unterstützen seitdem die Arbeit der GrundschulkollegInnen.

Weihnachten 1993 zog die Orientierungsstufe in einen Neubau in der Zamenhofstraße und die GS Blanke konnte nun das Gebäude für sich allein nutzen. Im Schuljahr 1994/95 unterrichtete die Schule 246 Kinder in 11 Klassen und 2 Schulkindergartengruppen. Die Unterrichtsversorgung lag im September 1994 bei 103,2%, im Februar 1995 bei 98,2%. Ein Aufatmen bezüglich der Lehrer-versorgung und Raumnot war deutlich spürbar.

Seit 1994 plante die Schule einen Begegnungspark “Elysa” mit vielen Grün- und Kommunikationsflächen, in dem es zu Begegnungen zwischen Schülern und den Bewohnern der benachbarten GEWO-Altenwohnungen kommen soll (GN, 1.12.1994). Der Begegnungspark ist 1996 teilweise fertiggestellt und findet von allen Seiten Anklang (GN, 13.9.1996).
1997
Die Grundschule Blanke als Schule in einem sozial schwierigen Einzugsgebiet arbeitet sehr eng mit der Schule für Lernhilfe zusammen und modifiziert aufgrund der Ergebnisse dieser Zusammenarbeit laufend je nach Bedarf und Notwendigkeit ihr Förderkonzept sowohl organisatorisch als auch inhaltlich. Dieses Projekt wird u.a. der niedersächsischen Staatssekretärin im Kultusministerium vorgestellt (GN, 21.8. und 5.9.1997).
2002

Mit Beginn des Schuljahres 1997/98 zog die Schule für geistig Behinderte, Vechtetalschule, zunächst mit einer Lerngruppe, ein Jahr später mit einer zweiten Lerngruppe in das Gebäude der GS Blanke ein. Wegen fehlender Räumlichkeiten im Hauptgebäude der Vechtetalschule suchte die Schulleiterin Frau Roosen Unterschlupf für ihre SchülerInnen und es entstand schnell eine fruchtbare Zusammenarbeit, von der sowohl das Kollegium als auch die SchülerInnen beider Schulen auf vielfältige Weise profitieren.

Im Dezember 1998 traf die GS Blanke die Mitteilung der Bezirksregierung, alle Vollen Halbtagsschulen zum Schuljahr 1999/2000 in Verlässliche Grundschulen umzuwandeln, wie ein Faustschlag. Zum Glück blieb eine Frist bis zum Sommer 2003. Eventuell auch erst 2004 wird die GS Blanke dann Verlässliche Grundschule sein. Da das Land Volle Halbtagsschulen nicht weiter finanzieren kann, wird es an der Schule eine Fülle von Umstrukturierungen geben müssen, denen das Kollegium nicht ohne Sorge entgegenblickt. Eine verlässliche Halbtagsbetreuung durch pädagogisch geschulte MitarbeiterInnen ist für Grundschulen nach Meinung des Kollegiums unerlässlich.

Für die Blanke wäre sicherlich auch ein ganztägiges Betreuungsangebot wünschenswert. Leider genehmigt das Land Niedersachsen im Moment nur Ganztagsschulen für den Sek. I-Bereich. Aber das Kollegium der GS Blanke hofft, vielleicht in Zukunft als Ganztagsschule neue Möglichkeiten für die SchülerInnen und Eltern bieten zu können.
Die Grundschule Blanke ist durch den Rückgang der Geburtenzahlen und die Zuordnung neuer Wohngebiete zum Schulbezirk der Grundschule Südblanke auf eine Zweizügigkeit abgesunken. Im Schuljahr 2001/02 besuchen 171 Schüler in 8 Klassen die Schule. Viele Klassenräume sind überzählig und werden zum Teil durch die Vechtetalschule, die Volkshochschule und andere Einrichtungen genutzt. Seit 2001 nimmt die Schule am Projekt “Lernen unter einem Dach” teil. Die Umwandlung der “Vollen Halbtagsschule” in eine “Verlässliche Grundschule” ist bis 2006 vorgesehen.
2004
Im Februar 2003 wird der Pausenbereich der Blankeschule mit viel Geld saniert. Eltern, Lehrer und Kinder haben ihren Teil geleistet, dass ein kindgerechter, schöner Spielplatz entsteht. In einer Schulausschusssitzung im März 2004 berichtet die Schulleiterin, Frau Rektorin Roeloff, über die derzeitige Situation: “Nachmittags vereinnahmen rund 10 bis 25 Jugendliche mit ihrer Masse den Schulhof. Grundschulkinder werden verjagt. Jugendliche wippen auf einer Seilbahn, so dass dieses Spielgerät schon neu verankert werden musste. Aus dem Schulgarten konnte so gut wie nichts geerntet werden. Büsche und Pflanzen wurden rausgerissen. Vier Obstbäume wurden abgeknickt, sind jetzt gar nicht mehr da. Ein Abdach wurde mit Farbe beschmiert, im Sandkasten liegen immer wieder Glasscherben.”

In der Schulausschusssitzung wird auch über Zerstörungen durch Jugendliche auf anderen Schulhöfen berichtet. Die Stadt will künftig als Ordnungsbehörde jeden Verstoß verfolgen und auch Ordnungsgelder verhängen. Sobald schwere Verstöße beobachtet werden, wird die Stadt auch die Polizei einbinden (GN, 31.1.2004).

Als eine der ersten Nordhorner Grundschulen ist die Grundschule Blanke mit moderner EDV-Technik ausgestattet worden, die dank Fördermittel aus dem Programm “N 21″ des Landes Niedersachsen, der Sparkassenstiftung und Zuschüssen der Stadt Nordhorn angeschafft werden konnte. Der Computerraum ist mit 20 PCs mit Monitoren, acht Druckern, einem Notebook, einer Digitalkamera, einem Beamer und einem Scanner ausgestattet. Alle Klassenräume verfügen über PC’s, zum Teil, wie auch die Rechner im Computerraum, über einen Internetzugang.

Außerdem konnten mit Landesmitteln die notwendigen Einrichtungsgegenstände für den Computerraum beschafft werden.
Die Ausstattung ist für 10 weitere Schulen in Nordhorn vom Land Niedersachsen genehmigt und wird demnächst bereitgestellt (GN, 5.5.2004).
2005
Zum dritten Mal seit 2002 haben Unbekannte alle Anpflanzungen im Schulgarten der Grundschule Blanke verwüstet. Die Erdbeerpflanzen sind vernichtet, die Obstbäume abgeknickt und die Blumen herausgerissen. Die Schüler appelieren auf Bildern und Plakaten, den Schulgarten künftig in Ruhe zu lassen (GN, 21.5.2005).

Ein Blick zurück …….

Aus der Geschichte des Stadtteils „Blanke“

Alte Nordhorner berichten, dass das Gebiet der Blanke mit seinen Sand- und Heideflächen und den zahlreichen Wasserlöchern ein idealer Tummelplatz für Kinder, besonders im Winter, war. Es gab hier dann viele „Blanke“ Eisflächen. Daher stammt auch der Name „Blanke“. Im Sommer hielten sich hier Wildenten, Brachvögel und Kiebitze auf.

Im Jahre 1929 erwarb die Stadt Nordhorn dieses 300 Morgen große Gebiet. Der freiwillige Arbeitsdienst zog Entwässerungsgräben, und Dampfpflüge brachen 80 Morgen dieses Heide- und Dünengeländes um. Nun wurde darauf eine Korbweidenkultur angelegt. Diese gedieh zwar gut, aber der Versuch musste wegen Absatzschwierigkeiten wieder aufgegeben werden. Die kultivierten Flächen wurden eingesät und Viehweiden daraus gemacht.

Erste Siedlungen

Die Bentheimer Eisenbahn erwarb bald am Gildehauser Weg Bauland für ihre Angestellten und Arbeiter. Rawers, Pietsch und Hartström waren die ersten Siedler. 1928 legte die Nike auch eine Umform- und Transformatorenstation an. In der Umgebung dieser Station entstand eine kleine Siedlung. Dies ist der älteste Teil der Blanke.

1934 fasste der Deutsche Siedlerbund den Entschluss, an der oberen und unteren Blanke 31 Häuser zu bauen. Belächelt und verspottet zogen die ersten Bewohner in „diese Wildnis“.

Der Gildehauser Weg war bis nach dem 2. Weltkrieg unbefestigt. Im Kriege standen daran entlang drei Barackenlager, in denen Arbeitsdienstler, Fremdarbeiter und später Kriegsgefangene untergebracht waren.

Nach der Währungsreform (1948) begann die „GEWO“ in Zusammenarbeit mit den Nordhorner
Textilfirmen (Nino, Rawe und Povel) in amerikanischem Tempo mit dem Bau von Wohnungen in der Blanke. 1950 wohnten hier bereits 4000 Menschen.

Zwei Schulen

Mit der starken Bautätigkeit entstanden für die Stadtverwaltung mancherlei Probleme, zu denen auch die schulische Versorgung der Kinder gehörte. Auf Empfehlung des Schulausschusses beschloss der Rat der Stadt am 15.2.1951 zwei Volksschulen errichten zu lassen, und zwar eine für katholische Schüler (Elisabethschule) und eine für evangelische Schüler (Evangelische Blankeschule).

Der erste Spatenstich erfolgte am 1.7.1951. Genau ein Jahr nach dem ersten Spatenstich war das Schulgebäude fertig, das rund 350.000 DM gekostet hatte. Auf dem Schulhof unserer Schule machte man aus dem Kugelfang eines ehemaligen Schießstandes eine Grünanlage mit Unterrichtsplatz.

Ostern 1952 entstand aus den evangelischen Kindern der Blanke, die die Ernst-Moritz-Arndt-Schule besuchten, die Ev. Blankeschule. Zu ihrem Leiter wählte die Stadt Dr. Faulwasser. Diese erste Ev. Blankeschule war zunächst in den oberen fünf Räumen der E-M-A-Schule untergebracht und hatte 380 Schüler und Schülerinnen.

Am Montag, 4. August 1952, war dann endlich der große Tag:

SchülerInnen und LehrerInnen versammelten sich auf dem Schulhof zum Einzug in die neue Schule. Von einer offiziellen Einweihungsfeier hatte man abgesehen. Die neue Schule war bereits beim Einzug zu klein. Aus den 8 Klassen mit 380 Kindern wurden 13 Klassen mit 467 Kindern. Darum wurden ihr in der Elisabethschule zwei Klassenräume zugewiesen, von denen zuerst nur einer benutzt wurde.